Das Projekt mit der Bezeichnung "FERTI$CAN" konzentriert sich auf die Identifizierung von Biomarkern wie Proteinen und Ribonukleinsäuren in Spermien, um deren funktionelle Qualität zu bewerten.

Die Diagnose der männlichen Unfruchtbarkeit basiert hauptsächlich auf einer grundlegenden Spermienanalyse, bei der Parameter wie Spermienkonzentration, -beweglichkeit und -lebensfähigkeit bewertet werden.

In etwa 30 % der Fälle zeigen diese Tests normale Ergebnisse, so dass es unmöglich ist, die Ursache der Unfruchtbarkeit zu ermitteln.

"Genau in diese Gruppe von Situationen mit unbekannten Ursachen will FERTI$CAN eingreifen", erklärt die Projektkoordinatorin Joana Santiago, Professorin an der Fakultät für medizinische Wissenschaften und Forscherin am Institut für Biomedizin (iBiMED) der Universität Aveiro.

Das Hauptziel des Projekts besteht darin, eine Reihe von molekularen Biomarkern wie Proteine und Ribonukleinsäuren (RNA) zu identifizieren, die in Spermien vorhanden sind und direkt mit einer erfolgreichen Befruchtung in Verbindung stehen.

"Diese Marker haben sehr spezifische Funktionen in den Spermien, und ihr Fehlen, ihr Vorhandensein in verminderter Konzentration oder ihr Überschuss kann wesentliche Phasen der Befruchtung beeinträchtigen, wie z. B. die Verdauung der Zona pellucida der Eizelle, wodurch die Entstehung einer Schwangerschaft verhindert wird", betont der Forscher.

"Wenn wir wissen, dass ein für die Befruchtung wesentliches Protein in den Spermien eines Individuums fehlt, können wir vorhersagen, dass eine natürliche Schwangerschaft unwahrscheinlich ist, so dass wir das Paar auf eine Technik wie die In-vitro-Befruchtung verweisen können, die eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit hat", fügt Joana Santiago hinzu.

An dem Projekt sind die Forscherinnen Margarida Fardilha und Teresa Herdeiro, der Doktorand in Biomedizin Pedro Corda und die Masterstudentin in Biochemie Vanessa Bowen beteiligt.

An der Studie arbeiten auch Experten aus den lokalen Gesundheitszentren der Region Aveiro sowie aus Gaia und Espinho mit.