Der erste Entwurf des Gesetzes wurde vom Parlament gebilligt; der damalige Präsident der Republik, Marcelo Rebelo de Sousa, legte jedoch sein Veto ein, da er es für verfassungswidrig hielt. Nachdem das Gesetz abgelehnt worden war, arbeiteten die Parteien an einem neuen Entwurf, der von António José Seguro, dem derzeitigen Präsidenten der Republik, angenommen wurde.
Was war verfassungswidrig?
Der Grund, warum Marcelo Rebelo de Sousa sein Veto gegen das Gesetz einlegte, war der Verlust der Staatsbürgerschaft als zusätzliche Strafe, die er als möglicherweise verfassungswidrig ansah. Daher enthält das von António José Seguro verabschiedete Diplom keine Bestimmungen, die als verfassungswidrig angesehen werden könnten.
Reaktion des Präsidenten
Wie bereits von The Portugal News berichtet, hat Seguro das Gesetz nicht nur gebilligt, sondern war auch der Meinung, dass das Diplom besser ausfallen würde, wenn das Gesetz mit einem größeren Konsens zwischen den politischen Parteien formalisiert worden wäre. Das bedeutet, dass das Gesetz nur deshalb vom Parlament verabschiedet wurde, weil es von den Rechtsparteien gebilligt wurde, während die Linksparteien dagegen waren.
Wie wird man Portugiese?
Nach dem verabschiedeten Diplom wird die portugiesische Regierung Staatsbürgern ab 18 Jahren, die sich seit mindestens sieben Jahren rechtmäßig in Portugal aufhalten, nach der Einbürgerung die portugiesische Staatsbürgerschaft verleihen, ebenso wie Bürgern aus den Ländern der Europäischen Union. Eingebürgerte Bürger aus Drittländern müssen sich seit 10 Jahren rechtmäßig in Portugal aufhalten.
Für die Bewilligung der Staatsangehörigkeit ist außerdem der Nachweis von Kenntnissen der portugiesischen Sprache, Kultur und Geschichte einschließlich der nationalen Symbole (Hymne und Flagge) erforderlich. Diese Bürger dürfen weder mit mehr als drei Jahren Gefängnis noch mit Terrorismus, Gewaltverbrechen oder der Zugehörigkeit zu einer Gruppe des organisierten Verbrechens vorbestraft sein.
Was ist mit Kindern?
In Portugal geborene Kinder ausländischer Eltern können als Portugiesen betrachtet werden, wenn ein Elternteil seit mindestens fünf Jahren legal im Land wohnt. Die Regierung verlangte auch den Nachweis, dass die Kinder das obligatorische Schulsystem besuchten.
Angleichung an andere Länder
Portugal hat sich hinsichtlich der Zuerkennung der Staatsangehörigkeit an die Vorschriften anderer Länder der Europäischen Union angeglichen.
So ist in Ländern wie Spanien und Italien ebenfalls ein 10-jähriger rechtmäßiger Aufenthalt erforderlich. In diesen Ländern wird die Staatsbürgerschaft auch nicht automatisch bei der Geburt zuerkannt, sondern es gibt verbindliche Vorschriften, die die Eltern befolgen müssen.
Die Notwendigkeit, eine Verbindung mit dem Land nachzuweisen, ist auch für Länder wie Spanien, Frankreich und Deutschland ein sehr wichtiges Kriterium. In diesem Fall konzentrieren sich alle Länder auf die Integration von Einwanderern, um ihnen die Einbürgerung zu ermöglichen.
Das portugiesische Modell
Mit dem neuen Staatsangehörigkeitsgesetz übernimmt Portugal ein in Europa übliches Modell mit einem selektiveren, schrittweisen Verfahren für die Zuerkennung der Staatsangehörigkeit. Das Gesetz konzentriert sich nicht nur auf die Integration, sondern ist auch ein Zeichen für die Sicherheit in einem Kontext, in dem andere europäische Länder die gleichen Bedenken äußern.







