In der Studie wurden 30 Länder weltweit untersucht, wobei eine Reihe von Indikatoren wie das Ausmaß der Proteste gegen den Tourismus, die Medienberichterstattung über das Thema, die Touristensteuern und das Verhältnis zwischen Besuchern und lokaler Bevölkerung herangezogen wurden.
Spanien, Italien und Frankreich wurden als die Länder identifiziert, die die stärkste Gegenreaktion gegen den Massentourismus erleben, während Portugal an fünfter Stelle der Reiseziele steht, die als besonders besucherfeindlich wahrgenommen werden.
Wachstum des Tourismus
Diese Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der die beliebtesten Urlaubsziele in Europa weiterhin ein starkes Wachstum der Besucherzahlen verzeichnen.
Das Land, das die Rangliste der tourismusfeindlichsten Länder anführt, verzeichnete in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 einen Anstieg der Touristenankünfte um 3,4 Prozent, und das spanische Tourismusministerium prognostiziert für Juni einen Anstieg der internationalen Flugpassagiere um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Den Prognosen der spanischen Tourismusbehörde zufolge könnte Italien in diesem Monat einen Anstieg der internationalen Ankünfte um 12 Prozent verzeichnen, während für Frankreich ein Wachstum von 2,6 Prozent im Vergleich zum Juni 2025 prognostiziert wird.
Obwohl der Tourismus für viele europäische Volkswirtschaften nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle darstellt, hat der stetige Anstieg der Besucherzahlen bei den lokalen Gemeinschaften zu wachsender Besorgnis über seine sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen geführt.
Portugal belegte in der Studie den fünften Platz mit einer Fremdenfeindlichkeitsquote von 66 Prozent.
Das Land liegt hinter Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland und spiegelt die wachsende Kritik an Themen wie der Erschwinglichkeit von Wohnraum, den steigenden Lebenshaltungskosten und der Belastung beliebter Stadtzentren und Küstenregionen durch wachsende Besucherzahlen wider.
Am anderen Ende der Skala wurden Zypern und Albanien als die gastfreundlichsten Reiseziele eingestuft, da es in keinem der beiden Länder zu dokumentierten Protesten gegen den Tourismus gekommen ist und beide Länder relativ wenige Einschränkungen oder zusätzliche Gebühren für Besucher erheben.
Führende Protestdemonstrationen
Spanien ist nach wie vor das prominenteste Beispiel für den Widerstand gegen den Massentourismus in Europa.
Die Forscher fanden Beweise für Anti-Tourismus-Demonstrationen in mehr als 40 spanischen Städten, darunter auch in wichtigen Reisezielen wie Barcelona und den Kanarischen Inseln.
Katalonien, die Heimatstadt Barcelonas, konnte im Jahr 2025 rund 20,1 Millionen Touristen begrüßen, was einem Anstieg von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, während die Balearen und die Kanarischen Inseln weiterhin zu den meistbesuchten Regionen des Landes gehören.
Im vergangenen Sommer zogen Tausende von Demonstranten durch die Innenstadt von Barcelona und trugen Transparente, auf denen sie erklärten, dass der Tourismus der Stadt schade. Sie erregten internationales Aufsehen, als sie als symbolischen Protest Wasserpistolen einsetzten, um Besucher in stark bevölkerten Bereichen zu bespritzen.
Auch in Italien hat der Widerstand gegen den Massentourismus zugenommen: In Städten wie Venedig, Rom, Florenz, Neapel und Mailand kam es zu Demonstrationen.
Der Studie zufolge zielten die Aktivisten in einigen Fällen auf die Schließfächer von Kurzzeitvermietern ab und argumentierten, dass die rasche Zunahme von Ferienunterkünften die Verfügbarkeit von Wohnungen für Einheimische einschränke.
Venedig hat mit der Wiedereinführung einer Gebühr für Tagesausflügler zu bestimmten Terminen zwischen April und Juli reagiert, die vor allem freitags, samstags und sonntags erhoben wird - eine Maßnahme, mit der die Besucherzahlen gesteuert und die Überfüllung der Stadt verringert werden sollen.
Die Proteste in Marseille, Nizza und Paris sowie der wachsende Widerstand gegen den Kreuzfahrttourismus in mehreren Küstenorten verdeutlichen ähnliche Herausforderungen in Frankreich.
Wohnungskrise
Dem Bericht zufolge sind Wohnungsprobleme nach wie vor der zentrale Faktor für die wachsende Unzufriedenheit in ganz Europa.
Viele Einwohner sind der Meinung, dass die Ausweitung der kurzfristigen Ferienvermietung und die wachsende Nachfrage durch den Tourismus zu einem Mangel an erschwinglichem Wohnraum beitragen und die Preise in den Großstädten und beliebten Reisezielen in die Höhe treiben.
Da die Besucherzahlen weiter steigen, sehen sich die politischen Entscheidungsträger in ganz Europa zunehmend gezwungen, die beträchtlichen wirtschaftlichen Vorteile, die der Tourismus mit sich bringt, gegen die Notwendigkeit abzuwägen, die örtlichen Gemeinden zu schützen und die Lebensqualität der Einwohner zu erhalten.
Die Studie deutet darauf hin, dass sich diese Debatte nicht mehr auf eine Handvoll touristischer Hotspots beschränkt, sondern zu einer breiteren europäischen Herausforderung geworden ist, wobei Portugal inzwischen zu den Ländern gehört, in denen die öffentliche Frustration gegenüber dem Tourismus am stärksten ausgeprägt ist.








